(Kultur)Apfel (Malus domestica)

Wo kommt er her?

Seit über 6000 Jahren nutzen die Menschen verschiedene Apfelarten. Die Art des Kulturapfels, den wir heute anbauen und essen, stammt vermutlich von Äpfeln aus Mittelasien, z.B. dem Iran, ab und kam über Händler auch nach Israel. Hier wächst aber auch der Europäische Wildapfel (auch Holzapfel genannt).
In biblischer Zeit war ein Apfelbaum die Zier jedes Obstgartens. Vor allem an den Westhängen der Gebirge, z.B. um Jerusalem, konnten sie gut gedeihen.

Wofür wurde er genutzt?

Da es in biblischer Zeit in Israel noch keinen Zucker gab oder (zur Zeit Jesu) dieser sehr teuer aus Indien importiert werden musste, kam Süße aus Honig oder aus Obst.
Auch wenn Äpfel damals vermutlich saurer als heute schmeckten, waren sie, z.B. als Apfelmus, in römischer Zeit eine beliebte Nachspeise.

Äpfel lassen sich auch lange lagern. So liefern sie auch lange nach der Ernte Nahrung.

Am Passah-Fest werden traditionell 6 verschiedene Speisen gegessen. Eine davon ist Charosset: oft eine Mischung aus geriebenen Äpfeln, Nüssen, Rotwein und Zimt.1

In der Bibel

Am häufigsten taucht das Wort „Apfel“ im Hohenlied auf – ein Liebesgedicht im Alten Testament. In ihm wird der Geliebte mit einem Apfelbaum unter Waldbäumen verglichen, so besonders und kostbar ist er.

In der christlichen Tradition wurde die verbotene Frucht im Garten Eden oft als Apfel dargestellt. Von ihr essen die Menschen, obwohl Gott es verboten hatte, und werden schließlich aus dem Paradies vertrieben. In der Bibel steht davon aber nichts.
Vielleicht kam man darauf, weil der Apfel im Lateinischen „malus“ heißt, was auch „böse“ bedeuten kann.

Lies es nach: Hld 2









Denk weiter

Heute sind Äpfel das ganze Jahr über zu kriegen. Sie sind das meistgekaufte Obst in Deutschland. Günstig und alltäglich. Aber wenn die Apfelbäume durch einen zu warmen März zu früh blühen und dann nochmal ein Nachtfrost kommt, können ganze Ernten in einer Nacht vernichtet werden.
Die Apfelbäume brauchen auch die Bestäubung durch Bienen, um Äpfel zu entwickeln. Und die gibt es immer weniger.
Vielleicht wird der Apfel also doch wieder kostbar – oder wir schaffen es Klima und Umwelt zu schützen.

  1. Bild 2 – Seder-Teller; Charosset unten rechts: Yoninah, CC BY-SA 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, via Wikimedia Commons ↩︎