
Wo kommt sie vor?
Die Echte Feige existiert heute nur noch als Kulturform. Es wird vermutet, dass die Wildform in der östlichen Türkei wuchs.
Echte Feigen wurden ursprünglich im Mittelmeerraum angebaut, da es eine hier vorkommende Wespe für die Befruchtung und die Entstehung essbarer Früchte braucht.
Mit der Züchtung selbstbefruchtender Sorten ist heute ein weltweiter Anbau möglich. Mit dem Klimawandel wandert die Wespenart aber nordwärts, sodass in Zukunft auch andere Sorten bis nach Süddeutschland angebaut werden könnten.
Feigen haben ein breites, weitverzweigtes Wurzelnetzwerk. Sie kommen auch mit kargen und trockenen Böden gut zurecht, weswegen sie ohne Bewässerung angebaut werden konnten. Selbst in Mauerritzen können sie zu kleinen Büschen heranwachsen.
In trockenen Gebieten, wie in Israel, wachsen sie jedoch nur strauchhoch (wenige Meter). Wenn mehr Wasser zur Verfügung steht, können Echte Feigen auch als Bäume wachsen.1
Wofür wurde sie genutzt?
Vermutlich ist die Echte Feige die erste Art, die der Mensch kultivierte. In der Nähe von Jericho fanden sich bei Ausgrabungen Fruchreste von Kulturfeigen, die über 11.000 Jahre alt sind.
Essbare Früchte liefern nur die weiblichen Bäume und auch nur dann, wenn die Blüten befruchtet werden. Männliche und weibliche Bäume müssen – außer bei selbstbefruchtenden Sorten – nah nebeneinander angebaut werden.
Die Früchte der männlichen Bäume werden durch die Eier der befruchtenden Wespen holzig und ungenießbar.
Die Früchte wurden frisch gegessen, aber vor allem getrocknet und so lange haltbar gemacht. Im Israel der biblischen Zeit waren sie ein wichtiges Nahrungsmittel und lieferten die sonst eher seltene Süße. Zusammen mit Rosinen waren sie deswegen auch ein beliebtes Geschenk.
Auch das Holz des Feigenbaumes wurde genutzt.2

In der Bibel
Auch in der Bibel ist die Feige die erste namentlich erwähnte Pflanze, die der Mensch nutzt. Aber nicht, um sie zu essen. Als Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis essen, erkennen sie, dass sie nackt sind und beginnen sich zu schämen. Deswegen nutzen sie Feigenblätter, um sich zu bedecken.
Der Feigenbaum wird auch oft in Gleichnissen erwähnt, wobei auch darauf angespielt wird, dass es sehr unterschiedliche Qualitäten von Feigen geben kann (Früchte von männlichen und weiblichen Bäumen), und dass ein Baum allein, der keine Frucht bringt (sich nicht selbst befruchten kann), nichts nützt.
Lies es nach: Gen 3
Denk weiter
Mit einem Feigenblatt versuchen Adam und Eva, ihre Nacktheit notdürftig zu bedecken. Gleichzeitig versuchen sie, sich vor Gott zu verstecken, damit ihr Fehlverhalten unentdeckt bleibt. Aber gerade weil sie sich so seltsam verhalten, bemerkt Gott ihre Sünde.
So steht die Redewendung vom Feigenblatt heute für (scheiternde) Vertuschungsversuche und Alibi-Maßnahmen, die meist schnell als solche durchschaut werden.
Welche „Sünde“ hast du schon versucht mit einem „Feigenblatt“ zu kaschieren?
Hast du schon mal so eine „Feigenblatt-Maßnahme“ durchschaut?
- Bild 1 – Feigenbaum in Israel: Lior Golgher • ליאור גולגר, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons ↩︎
- Bild 2 – getrocknete Feigen: Von Madhif – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4819273 ↩︎
