In der Wüste

Israel besteht zu mehr als der Hälfte aus Wüste. Das heißt aber nicht, dass hier nichts wachsen kann. Wo auch nur ein bisschen Wasser zusammenläuft, wachsen Zwergsträucher oder trockenresistente Gräser. Bäume und Sträucher mit langen Wurzeln können Grundwasser erreichen und wachsen z.B. in ausgetrockneten Flussbetten, deren Flüsse unterirdisch noch Wasser führen.

Akazie

Als Akazien werden über 1000 verschiedene Baumarten bezeichnet. In der Bibel geht es vermutlich um Schirmakazien.

Diese wachsen auch auf sandigem, steinigen und selbst leicht alkalischem Boden. Sie vertragen Hitze, Trockenheit und Sandstürme.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie in der Bibel in der Wüstenzeit des Volkes Israels erwähnt wird. Aus ihrem Holz soll das erste, tragbare Heiligtum als Wohnung für Gott gebaut werden.1

Lies es nach: Ex 26

Tamariske

Tamarisken wachsen sogar in der Negev-Wüste im Süden Israels. Manche Arten kommen auch mit salzhaltigen Böden klar und wachsen in Sümpfen und Mooren genauso wie auf Sand.

Oft zeigen Tamarisken unsichtbares Grundwasser an, z.B. in Wadis – (scheinbar) ausgetrockneten Flussbetten (der Fluss fließt oft unterirdisch).

Als Schattenspender wurden sie gerne in Beduinendörfern angepflanzt, wie z.B. von Abraham. Er pflanzt eine Tamariske als Erinnerung an einen Friedensschluss mit Abimelech, dem König der Philister.2

Lies es nach: Gen 21

Manna

An der Manna-Tamariske saugen Schildläuse. Sie sondern nachts eine süße Flüssigkeit ab. Diese wird schnell fest und knusprig, schmilzt aber im Laufe des Tages in der Hitze wieder. Von Beduinen wird die kristallisierter Flüssigkeit gesammelt und als Zuckerersatz genutzt. Dieses Phänomen könnte eine Erklärung für das biblische Manna sein.

Lies es nach: Ex 16

Die Israeliten und das Himmelsbrot, James Tissot, Public domain, via Wikimedia Commons
Weißer Ginster

Weißer Ginster wächst in Israel in der Wüste, auf steinigen Berghängen und in den Küstendünen.

Mit seinen sehr langen Wurzeln erreicht er auch tiefes Grundwasser. Nur wenn es im Winter regnet, entwickelt er Blätter. Den Rest des Jahres betreibt er über seine grün-silbernen Äste Photosythese.

Als Elija vor Königin Isebel in die Wüste flieht sucht er Schutz und Schatten unter einem Ginsterstrauch.3

Lies es nach: 1 Kön 19

Syrischer Christusdorn

Verschiedene Pflanzen werden als „Christusdorn“ bezeichnet, doch nur der Syrische Christusdorn wächst natürlicherweise in Israel.

Der Christusdorn bevorzugt zwar sandig-lehmige Böden an Flussufern, kann aber auch in Wadis in der Wüste wachsen, solange Grundwasser erreichbar ist.4

Seine Früchte sind essbar, galten aber als nicht so wertvoll wie Oliven und Feigen. Seine Blätter wurden als Tierfutter verwendet. Deswegen gilt der Baum in der Bibel auch als wenig wertvoll und wird in der Fabel der Bäume, die einen König suchten erst als letzter gefragt.

Lies es nach: Ri 9

Jesu Dornenkrone

Als Material für die Dornenkrone, die Jesus bei seiner Kreuzigung trug, kommen auch neben dem Syrischen Christusdorn auch der Gemeine Christusdorn und die Dornige Bibernelle in Frage.

Der Gemeine Christusdorn wächst eigentlich auf dem Balkan und im westlichen Mittelmeer. Möglich wäre aber, dass die Römer seine Dornen mitbrachten und für die Folter verwendeten.

Die Dornige Bibernelle (oder Dornige Becherblume) ist ein Zwergstrauch, der in Israel wächst. Mit ihm wurden als natürlicher Zaun Grundstücke abgegrenzt.5
  1. Bild 1 – Akazien in Israel: Von Krzysztof Ziarnek, Kenraiz – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=133188129  ↩︎
  2. Bild 2 – Tamariske: Bertrand Devouard ou Florence Devouard (User:Anthere), CC BY-SA 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, via Wikimedia Commons ↩︎
  3. Bild 4 – Weißer Ginster: By Original: Ariel PalmonDerived: Peter Coxhead – This file was derived from: Retama raetam 1.JPG:Cropped., CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=66458626 ↩︎
  4. Bild 5 – Syrische Christusdorne in einem Wadi: Von Krzysztof Ziarnek, Kenraiz – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=163524792 ↩︎
  5. Bild 6 – Dornige Bibernelle: Von RickP – Selbst fotografiert, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2736457 ↩︎
  6. Bild 7 – Aloe vera: Forest & Kim Starr, CC BY 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by/3.0, via Wikimedia Commons ↩︎