
Wo kommt sie vor?
Die Garten-Senfrauke wächst im Mittelmeergebiet, als Kulturpflanze auch in anderen Teilen Europas, Afrikas und Asiens.
Sie ist eine der Pflanzen, die auch als „Rucola“ bezeichnet wird. Um die verschiedenen Rucola-Arten, die nicht miteinander verwandt sind, zu unterscheiden, wird die Garten-Senfrauke auch einfach als „Rauke“ bezeichnet.
Im Israel der biblischen Zeit wuchs sie vor allem als Feldkraut im Jordantal.1
Wofür wurde sie genutzt?
Die Pflanzen wurden als Salat oder Gemüse wild gesammelt und roh oder gekocht verzehrt.
In der Bibel
In der Bibel werden in einer Wundergeschichte mit dem Propheten Elischa Kräuter erwähnt. Einer seiner Jünger ging aufs Feld, um solche Kräuter zu sammeln. Stattdessen fand er giftige Früchte (Koloquinten).2 Nur durch ein Wunder von Elischa – oder sein Küchenwissen – wurden die Jünger vor einer Vergiftung bewahrt.
Die Kräuter, die eigentlich gesammelt werden sollen, heißen hebräisch „oroth“. Dabei könnte es sich um Garten-Senfrauke gehandelt haben. Die Einheitsübersetzung übersetzt hingegen „Malve“.
Jedoch heißt die Malve im Neuhebräischen „halamith“ und ein ganz ähnliches Wort „halamuth“ kennt das Alte Testament auch. Auch Malven wurden als Gemüse oder Salat gesammelt.
Es ist also gar nicht so einfach zu sagen, welche Pflanzen in der Bibel gemeint sind.3
Lies es nach: 2 Kön 4


Denk weiter
Nahrung in der Wildnis sammeln. Für uns in Deutschland eher ein Hobby – für viele Menschen aber bis heute überlebensnotwendig. Und problematisch.
Man kann sich vergiften, wie die Jünger des Elischa. Wilde Tiere und Pflanzen werden ausgerottet. Beim Kontakt mit rohem Wildfleisch können Krankheiten übertragen werden.
Denn gesammelt wird nicht mehr in einem natürlichen Umfang in einer intakten Umwelt. Der Platz für Natur wird immer kleiner. Menschen, die günstige Nahrung brauchen, werden immer mehr.
Und während in Industrieländern immer noch täglich Berge von Nahrung weggeschmissen werden, hungern woanders Menschen und werden die letzten Wildnisgebiete geplündert und zerstört.
- Bild 1 – Garten-Senfrauke: Leo Michels, Public domain, via Wikimedia Commons ↩︎
- Bild 3 – Koloquintenfrüchte: Von Frank Vincentz – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22861067 ↩︎
- Bild 2 – Wilde Malve: Meneerke bloem, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons ↩︎
