Kräuter, die die Bibel hätte kennen können

Einige Kräuter, die wir heute mit dem Mittelmeerraum verbinden, werden zwar nicht in der Bibel erwähnt, waren aber in Israel in biblischer Zeit bekannt, wuchsen dort oder wurden von den Römern verwendet.

Basilikum (Ocimum basilicum)

Basilikum wuchs ursprünglich nicht im Mittelmeerraum, sondern stammt aus Südasien. In Indien galt es z.B. als heiliges Kraut.

Spätestens die Griechen brachten es in den Mittelmeerraum und nannten es nach dem Wort „basileus“ (= König) – also „Königskraut“.

Die Römer nutzten es als Gewürz- und Zierpflanze. Es wurde im Garten und schon wie heute in Töpfen angebaut. Verehrt wurde es aber trotzdem nicht. Im Gegenteil: Es galt als Kraut des Hasses und es gab das Gerücht, aus Basilikum würden Skorpione entstehen.

Lavendel (Lavandula sp.)

Lavendel ist eine Pflanzengattung, zu der 30-40 Arten gehören. In Israel wächst unter anderem der Schopf-Lavendel. 1

Viele Lavendel werden heute als Zierpflanzen verwendet; der Echte Lavendel und der Speik-Lavendel auch als Gewürz- und vor allem als Duftpflanze.

In der Antike wurde das sogenannte „Lavendelöl“ allerdings nicht aus Lavendel gewonnen, sondern aus Narde – heute heißt dieses Öl Nardenöl. Die Narde stammt aus dem Himalaya. Das aus ihr gewonnene Öl war durch den weiten Handelsweg sehr kostbar.

Maria von Bethanien salbt Jesus mit Nardenöl die Füße. – Lies es nach: Joh 12

Narde

Rosmarin (Salvia rosmarinus)

Rosmarin stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum, wurde aber schon in der Antike rund um das ganze Mittelmeer angebaut, verwilderte und wächst heute wild in vielen Gebieten.

In Israel wuchs er in biblischer Zeit nicht wild, wurde aber von den Griechen und Römern als Duft- und Zierpflanze verwendet, eventuell auch als Heilpflanze. Er war z.B. ein Ersatz für Weihrauch.

Seine Verwendung als Gewürz ist deutlich jünger. Vielleicht, weil Rosmarin lange bei Bestattungen genutzt wurde.

Eine christliche Legende erzählt, dass die Blüten des Rosmarins ursprünglich weiß waren. Als Maria auf der Flucht nach Ägypten ihren Mantel über einen Busch Rosmarin warf und dort die Nacht verbrachte, hatte ihr blauer Mantel am nächsten Morgen auf die Blüten abgefärbt und seitdem blüht der Rosmarin hellblau.2

Manchmal spielt die Geschichte auch auf dem Weg nach Bethlehem oder zu Elisabeth.

Und wie steht die Geschichte in der Bibel? – Lies es nach: Mt 2, Lk 1, Lk 2

Salbei (Salvia sp.)

Salbei ist eine Pflanzengattung mit 850-900 Arten (eine davon ist auch Rosmarin). Etwa 25 davon wachsen auch in Israel.

Schon in der Antike wurden verschiedene Salbei-Arten als Heilpflanze, zum Teil auch als Gewürz genutzt. Heute wird dafür vor allem der Echte Salbei verwendet, der aber erst in römischer Zeit vermehrt verwendet wurde, vermutlich, weil er aus Italien stammt.

Im östlichen Mittelmeerraum und vor der römischen Zeit wurden vor allem regionale Arten wie der Griechische Salbei oder der Muskateller-Sabei verwendet. Dieser wächst auch wild in Israel.3

Auch vom Salbei wird eine Marien-Legende von der Flucht nach Ägypten erzählt. Maria konnte sich mit dem Jesuskind vor Herodes unter einem Salbei verstecken. Deswegen gab sie ihm die Eigenschaft, „ewiges Leben“ zu schenken. Sie soll ihm also seine besonderen Heilkräfte geschenkt haben.

Und wie steht die Geschichte in der Bibel? – Lies es nach: Mt 2

Thymian (Thymus sp.)

Von den 200-300 Arten von Thymianen wachsen nur zwei in Israel. Beide sind auch Wildpflanzen, die nicht vom Menschen verwendet werden.

Den Echten Thymian, der im europäischen Mittelmeergebiet wächst, verwendeten hingegen sowohl Griechen als auch Römer als Heilpflanze und in Räuchermischungen, sowie als Gewürz. Eventuell kommt der Name „Thymian“ auch vom griechischen Wort für „räuchern“.4

Thymian ist auch eine super Bienenweide.

  1. Bild 2 – Schopflavendel: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=173899 ↩︎
  2. Bild 3 – Rosmarinstrauch mit Blüten: FriedrichKieferer, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons ↩︎
  3. Bild 4 – Muskateller-Salbei: Von Udo Schröter – Selbst fotografiert, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1738976 ↩︎
  4. Bild 5 – Echter Thymian: Von yashima – https://www.flickr.com/photos/yashima/2497275968/, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=119015784 ↩︎